Limmatfest
Tag der offenen Tür in der neuen Abwasserreinigungsanlage in Dietikon
Sonntag, 17. Juni 2012, 10–16 Uhr




Abwasserreinigungsanlage
Sauberes Wasser fürs Limmattal
Anlagenbroschüre
Verständlich und illustriert: Begleiten Sie das Abwasser auf seinem Weg durch die ARA in Dietikon. Bestellen Sie die Broschüre kostenlos unter: info@limeco.ch
Die natürliche Selbstreinigung kann Monate oder gar Jahre dauern – die ARA von Limeco benötigt knapp vier Stunden. Wegen ihrer effizienten Reinigungsleistung und weil sie umweltfreundliche Energie produziert, zählt sie zu den modernsten Anlagen in Europa.
Biogas aus Schlamm
Bei der Abwasserreinigung fällt organischer Schlamm an. In riesigen Türmen fault er drei Wochen lang aus, wobei sich Klärgas bildet, ein energiereiches Biogas. Zwei Blockheizkraftwerke produzieren daraus Strom, der in seiner Ökobilanz dem Solar- und Windstrom ebenbürtig ist. Mit der Abwärme heizt Limeco die Faultürme und alle Gebäude der ARA.
Phosphor aus Asche
Mächtige Zentrifugen entwässern den Faulschlamm und erhöhen so den Anteil Trockensubstanz auf einen Drittel. Jetzt kann er im eigens dafür konstruierten Ofen verbrannt werden. In der Asche steckt noch ein für Menschen, Tiere und Pflanzen lebenswichtiger Nährstoff: Phosphor. Weil es in der Schweiz keine natürlichen Vorkommen gibt und weil die weltweiten Ressourcen beschränkt sind, soll der Phosphor zukünftig zurückgewonnen werden.
Heizwärme aus Abwasser
Im Winter ist das Abwasser wärmer, im Sommer kälter als die Luft. Obwohl die Temperaturdifferenz nur wenige Grad beträgt, lässt sich daraus klimaschützende Heizwärme gewinnen: Wärmetauscher entziehen dem gereinigten Abwasser die Energie, Wärmepumpen machen sie nutzbar und heizen den Dietiker Stadtteil Limmatfeld. Mit der kalten Fernwärme lassen sich jährlich über eine Million Liter Heizöl einsparen.
| Kennzahlen Abwasserreinigungsanlage | ||
|---|---|---|
| Zufluss, pro Jahr | m³ | 12'000'000 |
| Maximaler Zufluss, pro Sekunde | l | 3'000 |
| Reinigungskapazität, hydraulisch | Einwohnerwerte | 110'000 |
| Reinigungskapazität, biologisch | Einwohnerwerte | 120'000 |
| Reinigungsleistung Ammonium | % | 99,7 |
| Reinigungsleistung Phosphor | % | 89,5 |
| Reinigungsleistung Stickstoff | % | 60,0 |
| Schlamm, in Schlammbehandlungsanlage | m³ | 62'000 |
| Schlamm, thermische Verwertung | m³ | 55'000 |
| Klärgas aus Faulung | m³ | 1'400'000 |
| Stromproduktion aus Klärgas | MWh | 1'550 |
Mikroverunreinigungen
Während sich die meisten Stoffe aus dem Abwasser entfernen lassen, rauschen Mikroverunreinigungen ungefiltert durch die ARA. So landen hormonaktive Substanzen, pharmazeutische Wirkstoffe von Medikamenten Reste von Pestiziden in Gewässern. Missbildungen und Unfruchtbarkeit bei Fischen, Kleinkrebsen und Insektenlarven sind mögliche Folgen.
Zwei Verfahren
30'000 solcher Spurenstoffe gibt es in der Schweiz. Sie sind Bestandteil von Parfums, Sonnencremes oder Kopfwehtabletten. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) testet zwei Verfahren für ARA: Ozonung des Abwassers und Filtration mit Aktivkohle.
Gasförmiges Ozon
Ozon entfernt Mikroverunreinigungen und tötet Krankheitserreger ab, wird es nach der biologischen Reinigung dem Abwasser beigemischt. So effektiv die Wirkung, so energieintensiv ist das Verfahren: Schon heute zählen Abwasserreinigungsanlagen zu den grössten Stromfressern in einer Gemeinde, und mit der Ozonung steigt der Verbrauch um bis zu 30 Prozent.
Feinste Aktivkohle
Je kleiner das einzelne Korn, desto grösser ist die gesamte Oberfläche: Dem Abwasserstrom beigemischt, bindet die Aktivkohle jene Stoffe, die nur in keinsten Spuren vorhanden sind. Mit einem Filter lassen sich die schädlichen Mikropartikel zusammen mit der Kohle aus dem Wasser entfernen.
Die Anlage von Limeco eignet sich für beide Verfahren, sogar für ein kombiniertes.


