
Schlauer Klimaschutz
Ihr Abwasser heizt eine kleine Stadt
Eine Stadt in der Stadt: Auf dem Limmatfeld, einem 87'000 Quadratmeter grossen Areal in Dietikon, entstehen bis 2015 insgesamt elf quartierähnliche Höfe mit Restaurants, Büros, Läden, Promenaden und Plätzen. Bis 5000 Menschen werden dort wohnen und arbeiten, sie alle profitieren von der Abwasserreinigungsanlage – ob beim Heizen oder beim Duschen.
«Die Stadt Dietikon hatte die Idee, die Wärme des Abwassers zu nutzen», erzählt Giorgio Lehner von den EKZ. «Wir führten eine Machbarkeitsstudie durch und Limeco wählte uns als Partner für die Realisierung aus.» Lehner sagt dies nicht ohne Stolz, denn die EKZ mussten sich gegen andere Lösungsvarianten durchsetzen.
1,8 Kilometer lange Pipeline
Seit 1908 produzieren die EKZ Strom mit dem Flusskraftwerk auf der Limmatinsel. Und dort, direkt gegenüber dem Limmatfeld, wurde eine zentrale Wärmepumpenanlage für die Abwärme aus der ARA gebaut. Über einen 1,8 Kilometer langen Fernwärmering können die angeschlossenen Gebäude CO2-neutrale Wärme beziehen und eigene Abwärme einspeisen.
Das gereinigte Abwasser ist je nach Jahreszeit zwischen 8 und 20 Grad warm. Limeco leitet einen Teil zur EKZ-Wärmepumpe, die ihm zwischen 2 und 6 Grad entzieht und das Wasser auf 42 Grad hochheizt, das in der Fernwärmeleitung zirkuliert. Der Nutzen für die Umwelt istgross: Dank der Abwasserwärme werden eine Million Liter Heizöl weniger benötigt und die Energiestadt Dietikon spart jährlich über 2600 Tonnen CO2 ein.
Übrigens: Die Realisierungskosten der sogenannten kalten Fernwärme haben die EKZ übernommen. Die Investitionen für den Wärmeverbund in Dietikon belaufen sich auf rund 10 Millionen Franken. Darin enthalten sind auch die Förderbeiträge des Kantons Zürich. Die EKZ werden die Anlage mindestens 20 Jahre lang betreiben und warten.
Energiestadt Dietikon: Gold im Visier
Dietikon wurde 2003 als erste Limmattaler Gemeinde mit dem Label «Energiestadt» ausgezeichnet. Dieses bekommen Gemeinden, die eine nachhaltige kommunale Energiepolitik vorleben und umsetzen. Bis 2005 will man in Dietikon versuchen, den Gold-Status zu erreichen. Was bedeutet Energiestadt genau? Energiestädte fördern erneuerbare Energien, umweltverträgliche Mobilität und setzen auf effiziente Nutzung der Ressourcen. Um Energiestadt zu werden, muss eine Gemeinde einen ganzen Katalog von Anforderungen erfüllen, mindestens 50 Prozent der Massnahmen müssen realisiert oder beschlossen sein. «EnergiestadtGold» wird eine Gemeinde, wenn die Marke von 75 Prozent erreicht ist. Bereits heute steht Dietikon bei 67 Prozent. Neben Dietikon tragen auch die Limmattaler Gemeinden Schlieren und Spreitenbach das Label «Energiestadt».






